Queerfeindlichkeit

Der Begriff Queerfeindlichkeit beschreibt die Abneigung, Abwertung oder Feindseligkeit gegenüber queeren Menschen, also Personen, die sich nicht in die klassischen Kategorien „männlich” oder „weiblich” bzw. heterosexuell einordnen lassen. Queerfeindlichkeit gegenüber lesbischen, schwulen, trans, bi- und asexuellen Menschen kann sich in Vorurteilen, Ablehnung, Diskriminierung bis hin zu Gewalttaten oder Verfolgung äußern und ist häufig ein Element antifeministischer und antigender Agenden, die Vielfalt in Bezug auf Geschlecht, Sexualität und Familienkonstellationen ablehnen. 

Beispiele für queerfeindliche und antifeministische Bewegungen mit religiösem Extremismus:

  • ARC („Alliance for Responsible Citizenship“)
    ARC ist ein globales Netzwerk konservativer Gruppen, das traditionelle Werte wie Familie, Religionsfreiheit und Verantwortung betont. In antifeministischen Kontexten tritt die Gruppe häufig als Lobbyorganisation auf, die gegen Abtreibungsrechte, Gleichstellungspolitik und die Anerkennung sexueller Vielfalt mobilisiert. ARC sieht sich selbst als Verteidiger „christlicher Zivilisation“. 
  • Die Gebets-App „Hallow“
    „Hallow“ ist eine mobile App für Gebete und Meditationen mit katholischem Fokus. Über die App können Nutzerinnen und Nutzer täglich Andachten, Bibeltexte und Gebete abrufen. Allerdings ist sie zu einem zentralen Onlineforum des religiösen Rechtsextremismus und Queerfeindlichkeit geworden. Viele sehen darin nicht nur ein spirituelles Angebot, sondern auch ein Medium, das konservative Glaubensinhalte und politische Positionen transportieren kann – insbesondere, wenn Investoren aus dem rechtskonservativen Spektrum hinter der App stehen.
  • TFP („Tradition, Familie, Privateigentum“)
    „TFP“ propagiert ein konservatives Gesellschaftsbild, das stark auf traditionellen Geschlechterrollen, Bibel‑basierten Werten und engen Familienstrukturen basiert. In mehreren Ländern unterstützt sie Kampagnen gegen Abtreibungsrechte, LGBTQI+‑Rechte und staatliche Gleichstellungspolitik.
  • „CitizenGO“
    „CitizenGO“ ist ein globales Internet‑Aktivismus‑Netzwerk, das politische Petitionenkampagnen organisiert. CitizenGo vertritt vor allem konservative Positionen zu Themen wie Ehe, Abtreibung und Familienpolitik und lobbyieren gegen Selbstbestimmungsgesetze. Sie ruft weltweit zu Online‑Petitionen auf, um etwa gleichgeschlechtliche Ehen oder Zugang zu reproduktiven Rechten zu illegalisieren.