Israelbezogener Antisemitismus
Eine Form des Antisemitismus ist die Holocaustleugnung, also das Bestreiten oder Verharmlosen der Shoah. Dazu gehört auch, Israel mit dem Nationalsozialismus gleichzusetzen, wodurch die Shoah verharmlost wird. Solche Darstellungen können sich in Bildern zeigen, etwa wenn ein Hakenkreuz mit einem blutigen Davidstern kombiniert wird, oder wenn das Existenzrecht Israels bestritten wird.
Der Staat Israel wurde 1948 nach der Shoah gegründet. Er versteht sich als jüdischer Staat, in dem aber auch Menschen anderer Religionen und Kulturen leben. Viele Überlebende der Shoah sowie jüdische Menschen aus Europa und arabischen Ländern wanderten nach Israel aus. Die Idee eines jüdischen Staates als sicheren Ort für Jüdinnen und Juden wird Zionismus genannt. Der Begriff leitet sich vom Berg Zion bei Jerusalem ab.
Israelbezogener Antisemitismus liegt vor, wenn jüdische Menschen weltweit für das Handeln des Staates Israel verantwortlich gemacht werden – auch dann, wenn sie keinen Bezug zu Israel haben. Auch Narrative wie „Kindermörder“ oder die Verwendung antisemitischer Codes in Bezug auf Israel können Formen israelbezogenen Antisemitismus sein.
Bis heute wird das Wort „Jude“ manchmal als Schimpfwort verwendet – auch das ist antisemitische Sprache. Auch wenn das Wort „jüdisch“ nicht immer explizit genannt wird, können Begriffe wie „Globalisten“, „George Soros“ oder „Rothschilds“ in bestimmten Kontexten als antisemitische Codes verwendet werden.
Antisemitismus in sozialen Medien
Antisemitismus kann sich auch in sozialen Medien zeigen, etwa durch Emojis oder Bildkombinationen. Beispiele sind:
- das Vampir-Emoji, das jüdische Menschen als „Blutsauger“ darstellen soll,
- der Geldsack, der das Vorurteil vom Reichtum transportiert,
- die Kombination aus Nase und Israel-Flagge als Anspielung auf stereotype Darstellungen.
Auch die Israel-Flagge in Verbindung mit abwertenden Symbolen kann antisemitisch gemeint sein. Wichtig ist jedoch immer der Kontext: Ein Vampir-Emoji in einem Beitrag über einen Film ist nicht automatisch antisemitisch.