Der Glaube an Desinformation oder Verschwörungserzählungen entsteht durch ein Zusammenspiel von psychologischen, sozialen und gesellschaftlichen Faktoren. Dazu gehören persönliche Erfahrungen, soziale Einbindungen sowie aktuelle Krisen- und Konfliktsituationen, die die Wahrnehmung und Bewertung von Informationen beeinflussen können.
Desinformation
Desinformation wirkt häufig, weil sie an bestehende Überzeugungen, Emotionen oder aktuelle Debatten anknüpft. Informationen, die zum eigenen Weltbild passen, werden eher als glaubwürdig wahrgenommen – ein Effekt, der als Bestätigungsfehler bekannt ist.
Hinzu kommt die ständige Wiederholung von Inhalten in sozialen Medien, auf Messenger-Diensten oder Websiten. Wiederholte Aussagen wirken oft glaubwürdiger, unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt.
Verschwörungserzählungen
Menschen suchen Orientierung, Kontrolle und Sicherheit – besonders in unsicheren oder krisenhaften Situationen. Verschwörungserzählungen bieten scheinbar klare Erklärungen: Zufälle werden ausgeschlossen, komplexe Entwicklungen vereinfacht und Verantwortliche eindeutig benannt. Das kann entlastend wirken und ein Gefühl von Handlungsfähigkeit vermitteln.
Zugleich erfüllen sie soziale Bedürfnisse. Wer an eine Verschwörungserzählung glaubt, kann sich als Teil einer „aufgeklärten“ Gruppe verstehen, die angeblich mehr weiß als die Mehrheit. Dieses Gefühl von Zugehörigkeit und Besonderheit stärkt die Bindung an entsprechende Narrative.
Studien sprechen in diesem Zusammenhang von einer sogenannten Verschwörungsmentalität – also einer grundsätzlichen Neigung, gesellschaftliche Ereignisse als Ergebnis geheimer Absprachen oder verdeckter Machtausübung zu deuten. Untersuchungen deuten darauf hin, dass zwischen 30 und 60% der Menschen in Deutschland eine gewisse Verschwörungsmentalität besitzen.
Weiterführende Informationen bieten unter anderem: