Sowohl Desinformation als auch Verschwörungserzählungen gewinnen besonders in Krisenzeiten an Bedeutung. Wenn gesellschaftliche Unsicherheit, Angst oder das Gefühl von Kontrollverlust zunehmen, steigt das Bedürfnis nach eindeutigen Erklärungen. In solchen Situationen verbreiten sich zugespitzte oder stark vereinfachende Deutungen oft noch schneller.

Verschwörungserzählungen können ein Mittel der Desinformation sein, wenn sie bewusst und wider besseren Wissens verbreitet werden. Umgekehrt können einzelne Desinformationen Teil einer größeren Verschwörungserzählung werden und diese scheinbar „belegen“. Ob es sich um eine gezielte Falschmeldung oder um eine umfassende Verschwörungserzählung handelt – bestimmte Muster treten immer wieder auf. 

Ein zentrales Muster ist das ausgeprägte Freund–Feind-Denken: „Wir“ gegen „die da oben“. Komplexe gesellschaftliche Probleme werden dabei einzelnen Gruppen zugeschrieben. Verantwortung wird personalisiert, anstatt strukturelle oder vielschichtige Ursachen zu betrachten. Häufig geht damit eine pauschale Ablehnung etablierter Medien, wissenschaftlicher Erkenntnisse oder demokratischer Institutionen einher.

Ein weiteres wiederkehrendes Element sind sogenannte Eliten- und Kontrollnarrative. Sie behaupten, eine kleine, mächtige Gruppe steuere Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Geheimen. In diesem Zusammenhang tauchen immer wieder antisemitische Codes und Chiffren auf – etwa Andeutungen über angebliche „Strippenzieher“ im Hintergrund. Solche Motive knüpfen an historisch gewachsene Feindbilder an und können diskriminierende oder demokratiefeindliche Einstellungen verstärken.

Emotionen spielen dabei eine zentrale Rolle. Inhalte, die Angst, Empörung, Wut oder Misstrauen auslösen, verbreiten sich besonders schnell. Diese starke Emotionalisierung erhöht die Bereitschaft, Inhalte zu teilen, und kann zur Polarisierung und gesellschaftlichen Spaltung beitragen.

Weiterführende Informationen bietet unter anderem: