Falsche Informationen gab es schon immer, doch nicht jede falsche Information ist gleich. In öffentlichen Debatten werden Begriffe wie Desinformation, Misinformation, Fehlinformation oder Propaganda häufig gleichgesetzt. Für ein besseres Verständnis ist es wichtig, genauer hinzuschauen.

  • Fehlinformation bezeichnet ganz allgemein eine falsche oder ungenaue Information – unabhängig davon, ob sie absichtlich oder unbeabsichtigt verbreitet wird.
  • Misinformation meint eine falsche Information, die ohne Täuschungsabsicht weitergegeben wird. Wer sie teilt, geht häufig selbst davon aus, dass sie richtig sind.
  • Desinformation hingegen ist gezielt verbreitete Falschinformation. Sie enthält falsche, verzerrte oder manipulativ dargestellte Inhalte. Im Mittelpunkt steht die Absicht: Menschen sollen getäuscht, verunsichert oder in eine bestimmte Richtung beeinflusst werden. Desinformation entsteht daher nicht zufällig, sondern ist Teil einer bewussten Strategie.

Entscheidend sind die Fragen nach Absicht, Wirkung und Verantwortung. Während Misinformation aus Unwissenheit oder fehlender Prüfung entstehen kann, ist Desinformation geplant. Ihre Wirkung kann weitreichend sein: Sie kann Vertrauen in Medien, Wissenschaft oder demokratische Institutionen untergraben und gesellschaftliche Debatten verzerren.

Der Begriff „Fake News“ wird häufig verwendet, ist jedoch umstritten. Umgangssprachlich dient er als Sammelbegriff für verschiedene Arten falscher oder irreführender Informationen. Gleichzeitig wird er politisch genutzt, um Berichterstattung pauschal abzuwerten. US-Präsident Donald Trump verwendete ihn beipielsweise als Kampfbegriff gegen Medien und politische Gegner. Durch seine Unschärfe verwischt der Begriff wichtige Unterschiede und kann selbst Teil einer Strategie zur Abwertung von Journalismus sein.

Propaganda geht noch einen Schritt weiter. Sie bezeichnet den systematischen Versuch, Einstellungen und Meinungen im Sinne politischer oder ideologischer Ziele zu beeinflussen. Historisch wurde Propaganda besonders deutlich in autoritären Regimen. Doch auch heute nutzen staatliche oder politische Akteurinnen und Akteure propagandistische Mittel, um Narrative zu verbreiten und Machtinteressen durchzusetzen. Die verwendeten Inhalte können falsch sein – müssen es aber nicht. Entscheidend ist die einseitige, strategische Auswahl und Darstellung von Informationen.

Weiterführende Informationen bieten unter anderem: